Unsere Heimat: der Islam

Auf der Karibikinsel Saint Croix lebt eine nicht unbedeutende Minderheit von Palästinensern und anderen Arabern. Die arabische Community zählt um die 600 Menschen. Mit einer Migrationswelle in den 1960er Jahren kamen vorwiegend Palästinenser auf die Insel. Dass sie ausgerechnet Saint Croix als neue Heimat wählten, kann als Zufall bezeichnet werden: Die ersten Palästinenser fanden auf der Insel gute Bedingungen vor, ein angenehmes, sie an ihre Heimat erinnerndes Klima und gute Möglichkeiten des Einstiegs in die Arbeitswelt. Heute werden die meisten Tankstellen und Supermärkte auf Saint Croix von Palästinensern betrieben. »Für uns ist nicht wichtig, wo wir leben. Das, was uns Kraft und Halt gibt, ist der Glaube, der Islam«, sagt Jamal, der seit dreißig Jahren auf der Insel lebt. Auf Saint Croix gibt es eine eigene arabische Schule. Jeden Tag findet dort nach dem Mittagessen ein gemeinsames Gebet statt. Am Freitag wird die traditionelle Kleidung getragen. Die Verbundenheit zur »alten« Heimat ist stark. Die zweite Generation hat großes Interesse an ihrer »Herkunft«. Viele junge Söhne und Töchter werden aber auch auf den Wunsch ihrer Eltern nach Palästina geschickt. Auch werden immer wieder Familienmitglieder nachgeholt. Es hat den Anschein, dass die arabische Community unter sich bleibt – mit Ausnahme der Tankstellen – und Supermarktbetreiber, die sich ins öffentliche Leben mischen. Die meisten Muslime treffen sich in der Moschee und in den anderen Einrichtungen. Es leben auch einige Afroamerikaner auf der Insel, welche sich als »Rekonvertiten« bezeichnen. Sie sehen sich nicht als zum Islam Konvertierte, sondern gehen zurück zu ihren Wurzeln, dem islamischen Afrika. Auch sie sind Teil der islamischen Community auf Saint Croix.