Lampedusa in Hamburg (c)Maria Feck

Lampedusa in Hamburg

Hoffnung auf Sankt Pauli. Selbstorganisierter Protest gegen die europäische Flüchtlingspolitik.Ein Dreimonatsvisum für den Schengenraum und ein paar Hundert Euro: Das ist es, was 300 Männer aus Afrika im Gepäck haben, als sie Anfang des Jahres aus Italien nach Hamburg kommen. Sie leben monatelang auf der Straße, viele von ihnen stranden im Winternotprogramm der Stadt Hamburg. Der deutsche Staat sieht keinen Anlass, humanitäre Hilfe zu leisten. Denn nach dem Dublin II-Abkommen ist Italien für die Flüchtlinge zuständig - das europäische Land, das sie zuerst betreten haben. Erst als die Nordkir- che und einige Moscheen sich bereiterklären, die Flüchtlinge aufzunehmen, bekommt das Thema in Politik und Öffentlichkeit Brisanz. Die Sankt-Pauli-Kirche am Pinnasberg nimmt rund 80 der Libyen-Flüchtlinge auf. Es gibt viel Solidarität im Stadt- teil, ehrenamtliche Helfer kümmern sich rund um die Uhr um die Gäste. Doch es mangelt an medizinischer Versorgung und einer Perspektive.